Innsbruck von oben

Baustellenprogramm 2020: Gemeinsam handeln und koordinieren

Zusammenwirken von Stadt Innsbruck, IKB, IVB und TIGAS

(IKM) Damit die Infrastruktur den Anforderungen der Stadtentwicklung auch in den kommenden Jahren Stand hält, sind Sanierungen und Optimierungen im Straßenraum auch im Jahr 2020 unverzichtbar. Für eine rasche und koordinierte Umsetzung der Bauarbeiten im Innsbrucker Stadtgebiet sowie eine Reduzierung der damit verbundenen Auswirkungen für die BürgerInnen und Wirtschaftsbetriebe auf das Minimum ist eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten unabdingbar. 

Die für die Realisierung verantwortlichen Ausführenden von Stadt Innsbruck, Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB), Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn GmbH (IVB) sowie TIGAS-Erdgas Tirol GmbH gaben am Dienstag, 4. Februar 2020, in einer gemeinsamen Pressekonferenz einen Einblick in die geplanten Baustellenprojekte und in die umfassende Abstimmung untereinander. Auch im neuen Jahr wird in Innsbruck wieder gebaut und investiert. In der Tiroler Landeshauptstadt sind für Tiefbauprojekte der Leitungsbetriebe (IKB, TIGAS) sowie der Stadt und IVB Investitionen im Ausmaß von rund 37 Mio. Euro vorgesehen.

Für eine Verbesserung der Infrastruktur

„Auch wenn Baustellen die eine oder andere kurzfristige Unannehmlichkeit für die Anrainerinnen und Anrainer sowie Gewerbetreibende mit sich bringen, bin ich stolz darauf, in einer Stadt arbeiten zu dürfen, in der die wichtige Infrastruktur permanent in Schuss gehalten und ausgebaut wird. Sorgen würde es mir viel mehr bereiten, wenn es in Innsbruck keine Stellen mehr gäbe, an denen gebaut wird. Zudem sind die ausführenden Unternehmen ständig bemüht, die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten“, betont die für Verkehr und Tiefbau ressortzuständige Vizebürgermeisterin Mag.a Uschi Schwarzl. „Hinter der Umsetzung dieser Projekte steckt bereits vor dem Start der Bauarbeiten viel Koordinations- und Organisationsarbeit. Das Zusammenwirken aller Verantwortlichen und Baubeteiligten ist dabei ganz essentiell. Die Baustellen im Stadtgebiet sind notwendig, um auch zukünftig eine moderne und funktionierende Infrastruktur zu gewährleisten.“

„Die dynamische Stadtentwicklung, Anforderungen des Umwelt- und Hochwasserschutzes, die Erhöhung der Versorgungssicherheit und das Möglich-Machen von Glasfaser-Internet – das alles sind wichtige Gründe, die den Ausbau und die Sanierung des Innsbrucker Leitungsnetzes notwendig machen. Das bedeutet natürlich auch wieder einige Baustellen. Das bedeutet aber auch die Erhaltung und den Ausbau von Lebensqualität für die Innsbrucker Bevölkerung“, betont IKB-Vorstandsvorsitzender DI Helmuth Müller. 

„In den letzten Jahren wurde allein rund um die Tram/Regionalbahn sehr viel gebaut. 2020 verspricht – zumindest seitens der IVB – ein eher ruhiges Baustellenjahr zu werden. Heuer stehen eisenbahnrechtliche Verhandlungen sowie Baugenehmigungen rund um den Ausbau der Tram/Regionalbahn Richtung Völs an. Richtung Rum finden heuer noch Leitungsumlegungen statt, bevor wir mit dem Gleisbau beginnen können. Baustart für die Tram/Regionalbahn Richtung Völs und auch Richtung Rum ist somit für 2021 geplant“, erklärt Ing. Roland Gabl, Betriebsleiter Stellvertretung Bahn. „Im Bereich vom Sonnenburgerhof bis Gärberbach müssen die über 100 Jahre alten Stützmauern saniert werden. Der Betrieb der Stubaitalbahn wird aber dadurch im Wesentlichen nicht beeinflusst, nur im Zuge der Gleissanierung ist eine kurzfristige Sperre und dadurch ein Schienenersatzverkehr möglich“, ergänzt Ing. Gabl.

„Im Interesse unserer Kunden und zur Gewährleistung einer hohen Versorgungssicherheit werden im Stadtgebiet Innsbruck Fernwärmeversorgungsleitungen der TIGAS verlegt und Leitungen teilweise erneuert. Eine koordinierte und vorausschauende Projektplanung mit unseren Kooperationspartnern ermöglicht, Belastungen im Zuge der Umsetzung der Baumaßnahmen für betroffene Anrainer möglichst gering zu halten“, erläutert der technische Geschäftsführer der TIGAS, Dipl.-Ing. (FH) Georg Tollinger, MBA.

Auszug aus dem Baustellenprogramm 2020

Die Absprache und Koordination unter den Durchführenden wird anhand eines beispielhaften Überblicks über einige wesentliche Bauprojekte im Stadtgebiet deutlich:

Herzog-Otto-Straße: Kanalarbeiten
Vom 17. Februar 2020 bis Ende Mai 2020 führt die IKB im Bereich Herzog-Otto-Straße/Badgasse Kanalarbeiten durch. Während der Bauarbeiten bleibt nur ein Fahrstreifen frei. Die RadfahrerInnen und FußgängerInnen werden über einen gemeinsamen Rad- und Fußweg an der Baustelle vorbeigeführt. Durch die Baumaßnahme ist der Bereich zwischen Ottoburg und Karl-Kapferer-Straße nur erschwert passierbar. Die Durchfahrt wird mit einer Ampel geregelt, sodass es zu Wartezeiten kommen kann. Es wird empfohlen der Baustelle stadteinwärts aus Osten kommend großräumig auszuweichen: Für den Durchzugsverkehr auf der Bundesstraße bietet sich die Umfahrung über die Grenobler Brücke und den Südring, für den Individualverkehr auf der Autobahn empfiehlt sich die Autobahnabfahrt Innsbruck Mitte um in den Innenstadtbereich zu gelangen. Denn auch an der Mühlauer Brücke finden ab Februar Sanierungsarbeiten statt.

Sanierung: Mühlauer Brücke
Bei der Generalsanierung der Mühlauer Brücke durch das Land Tirol wird nach Abschluss der Korrosionsschutzarbeiten 2019 im laufenden Jahr die Erneuerung der Verschleißteile auf der Brücke in Angriff genommen. Neben der Erneuerung des Fahrbahnbelages und der Brückenabdichtung, werden auch die beiden Gehwege erneuert. Außerdem wird der unterwasserseitige Gehweg verbreitert und in einen kombinierten Geh- und Radweg umgebaut. Dazu ist es erforderlich, auch die Bereiche im Anschluss der Brücke entsprechend anzupassen. Weiters sind die Adaptierung der Fahrbahnentwässerung, der Geländer- und Fahrbahnübergangskonstruktionen, Instandsetzungsarbeiten an den Schieberkammern der Wasser- und Gasversorgungsanlage sowie umfangreiche Kabelverlegungsarbeiten erforderlich. Die geplanten Maßnahmen werden in drei Bauabschnitten ausgeführt, damit jeweils mindestens eine der beiden Fahrspuren stadtein- und -auswärts für den Verkehr zur Verfügung bleibt. Zusätzlich steht jeweils mindestens ein Gehsteig für FußgängerInnen und RadfahrerInnen zur Verfügung. Die Bauarbeiten werden Mitte Februar 2020 beginnen und voraussichtlich bis Ende September 2020 andauern.

Neue Versorgungsleitungen in Pradl
IKB und TIGAS starten am 9. März 2020 ein umfangreiches Infrastrukturprojekt in Pradl. Begonnen wird mit den Leitungsverlegungen im Bereich Gumppstraße/Türingstraße. Die Arbeiten werden über mehrere Bauphasen von der Gumppstraße über die Langstraße –beginnend von der Defreggerstraße Richtung Süden – und Rudolf-Greinz-Straße sowie Kranewitterstraße bis zur Amraser Straße durchgeführt. Es werden Fernwärmeleitungen verlegt, Wasserversorgungs- und Wassertransportleitungen erneuert sowie Stromkabel verlegt. Die Sanierungen und Erneuerungen werden bis Mitte Dezember 2020 abgeschlossen sein.

Gasleitung Völs – Innsbruck
Am Radweg auf der Südseite des Inns wird von der Freiburger Brücke im Westen Innsbrucks bis auf Höhe des Autohauses Meisinger in Völs eine Erdgasleitung und bis zur Karwendelbrücke Fernwärmeleitungen verlegt. Die Bauarbeiten starten voraussichtlich im April 2020 und dauern bis September 2020 an. Diese Strecke des Radweges wird während den Bauarbeiten abschnittsweise gesperrt.

Stützmauersanierung: Innsbruck Süd
Ab Anfang Mai ist seitens der IVB die Sanierung der Stützmauern entlang der Stubaitalbahn zwischen der Haltestelle Sonnenburgerhof und der Haltestelle Gärberbach erforderlich. Diese befinden sich – bis auf zwei kurze Abschnitte im Anfangsbereich, unmittelbar neben der Stubaitalbahn, etwa 15 bis 20 Meter oberhalb der B182 Brennerstraße. Es wird während der Arbeiten zu keinen nennenswerten verkehrsbeeinträchtigenden Maßnahmen kommen, abgesehen von einer Geschwindigkeitsreduktion auf 30 km/h entlang der B182 in diesem Bereich. Für den Individualverkehr steht jedoch weiterhin jeweils ein Fahrstreifen in beiden Fahrtrichtungen zur Verfügung. 

S-Bahn Haltestelle Messe 
Direkt an den Viaduktbögen auf Höhe der Innsbrucker Messe errichtet die ÖBB die neue S-Bahn Haltestelle Innsbruck-Messe. Hauptbaubereich für die neue Haltestelle im Saggen ist der Bereich Bienerstraße – Siebererstraße beiderseits des Viadukts. Dabei kommt es zu Einschränkungen auf den Gehsteigen sowie zu einer erschwerten Zufahrtssituation für Betriebe im Umfeld der Bauarbeiten. Durch die Bauarbeiten der ÖBB kommt es zu keinen wesentlichen Verkehrsbeeinträchtigungen. Aufgrund der Einbauten für die Bahnsteige müssen vorübergehend die Lärmschutzwände entfernt werden. Die Hauptbauzeit für das Vorhaben beginnt im Frühjahr 2020 und wir bis Ende 2021 andauern.

Ausführlich informiert

Eine umfassende Information für die betroffenen AnrainerInnen, BürgerInnen, Betriebe und VerkehrsteilnehmerInnen über bevorstehende oder laufende Baustellen erfolgt gemeinsam mit den Leitungsbetrieben zudem über viele verschiedene Kommunikationswege. Von Hausanschlägen und Postwurfsendungen über persönliche Kontaktaufnahme vor Ort bis hin zu Informationsveranstaltungen, Presseaussendungen, Inserate, Veröffentlichungen auf den jeweiligen Websites, Social Media-Kanälen und in der monatlich erscheinenden Mitteilungszeitung „Innsbruck informiert“ sowie Umleitungsbeschilderungen – die Stadt und ihre PartnerInnen setzen auf Auskunft und frühzeitige Bekanntmachung. 

Mögliche Anregungen können BürgerInnen im Stadtmagistrat telefonisch mitteilen oder diese an 24 Stunden, 365 Tage im Jahr unter www.buergermeldungen.com anbringen. Unter www.innsbruck.gv.at → Baustellen steht außerdem ein Baustellenplan, der kontinuierlich aktualisiert wird, zum Abrufen bereit.

Baustellenprogramm 2020: Gemeinsam handeln und koordinieren
Präsentieren die gemeinsame Baustellenkoordination: (v. l.) Eckart Pichler (Zentrale Technische Planung IKB), IKB-Vorstandsvorsitzender Helmuth Müller, TIGAS-Geschäftsführer Georg Tollinger, Vizebürgermeisterin Uschi Schwarzl, Amtsvorstand Walter Zimmeter (Tiefbau), Baustellenkoordinatorin Martin Gura, Roland Gabl (Bautechnik, Betriebsleiter-Stv. Bahn, IVB) und Hermann Nagiller (Leitung Verkehr, IVB). © IKM/Freinhofer