Grabenloser Kanalbau

Die Kanaloffensive 2020 der IKB bringt die Abwasser-Infrastruktur von Innsbruck auf den modernsten Stand und verbessert Hochwassersicherheit und Gewässerschutz. 

Sie umfasst Maßnahmen zur Anpassung, Erweiterung und Modernisierung der zum Teil über 100 Jahre alten Kanalisation. Die dynamische Stadtentwicklung erfordert laufend neue Kanäle. Durch den wachsenden Siedlungsdruck wird immer mehr Oberfläche versiegelt, sodass Regenwasser nur mehr schlecht versickern kann. Mehr Abwasser verlangt nach einer größeren Durchflussleistung der Kanalisation hin zur Kläranlage Rossau.

„Sammler West“

Die IKB errichtet einen neuen Sammelkanal für Abwasser. Dieser so genannte „Sammler West“ entlastet die Altstadt bei starken Regenfällen und verbessert gleichzeitig die Hochwassersicherheit und den Gewässerschutz. 

Durch den Einsatz des unterirdischen Rohrvortriebs setzt die IKB auf innovative Techniken zum Wohle der Bevölkerung und der Umwelt.

Vorteile des grabenlosen Kanalbaus

Beim Rohrvortriebsverfahren arbeitet sich die Vortriebsmaschine in einer Tiefe bis zu sechs Metern wie ein Maulwurf durch den Untergrund. Es muss kein durchgehender Rohrgraben ausgehoben werden. Es sind nur eine Start- und eine Zielgrube erforderlich. Die Maschine wird bei der Startgrube in die Erde versenkt, ebenso wie die Kanalrohre, die von hier unterirdisch nach vorne gepresst („vorgetrieben“) werden. Das anfallende Material wird auf Förderbändern zurück zur Startgrube transportiert und dort herausgehoben.

Bei dieser Technik wird sichergestellt, dass der Großteil der Bäume vom Bau nicht beeinträchtigt wird. Die Wurzeln der Bäume reichen nicht so tief wie der Rohrvortrieb und bleiben daher weitgehend unversehrt.

Diese „Maulwurf“-Methode war bereits bei der Kanalerrichtung „König-Laurin-Allee bis Bozner Platz“ erfolgreich im Einsatz. Die Vorteile dieser grabenlosen Bautechnik sind vielfältig: Neben der Schonung des Baumbestandes verkürzt sich auch die Bauzeit. Es gibt weniger Aushubmaterial und damit weniger Baustellenverkehr. Lärm, Staub und Abgase werden reduziert, die Störungen des Straßen- und Lieferverkehrs sind begrenzt. Zusätzlich werden Kosten gespart und die Umwelt geschont.

Sammler West auf einen Blick 

Der „Sammler West“ führt von der Schöpfstraße zum Innrain und über die Rechengasse zur Franz-Gschnitzer-Promenade. Von dort weiter über das Herzog-Siegmund-Ufer bis zur Ottoburg. Er sammelt das Abwasser aus dem Süden und Westen der Stadt und leitet es direkt Richtung Kläranlage. Damit wird die Altstadt bei starken Regenfällen entlastet, gleichzeitig werden die Hochwassersicherheit und der Gewässerschutz verbessert. 

IKB, Rohrvortrieb
IKB, Rohrvortrieb

Vorteile grabenloser Rohrvortrieb

Schonend für Umwelt und Verkehrsfluss

Kein durchgehender Rohrgraben

Deutlich weniger Aushubmaterial und weniger LKW-Fuhren

Weniger Verkehrsbeeinträchtigungen

Deutlich verkürzte Bauzeit

Geringere Kosten

Kompetent, nachhaltig, kontinuierlich

Die IKB in Zahlen:

302 343 862 kWh

Energie werden pro Jahr durch die IKB-Wasserkraftwerke erzeugt.

805 426 Gäste

besuchten die IKB-Schwimmbäder.

12 212 702

Wasser werden für Innsbruck zur Verfügung gestellt.*

Bild: Trinkwasserbehälter im Kraftwerk Mühlau

*Werte aus dem Jahr 2015