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Nachhaltig

SINFONIA

SINFONIA – Die intelligente Vernetzung der Zukunft

Intelligente Lösungen

"European Smart Cities and Communities" nannte sich die Initiative der EU-Kommission, die im Jahr 2011 gestartet wurde. Das Hauptziel war die Steigerung der Energieeffizienz europäischer Städte, wobei Fördergelder über das 7. EU-Forschungsrahmenprogramm zur Verfügung gestellt werden. Das EU-Projekt SINFONIA (Smart INitiative of cities Fully cOmmitted to iNvest In Advanced large-scaled energy solutions) erfüllt nicht nur diese Ziele, sondern auch den europäischen Gedanken, vereint das Projekt doch Städte aus mehreren EU-Ländern. Maßnahmen, welche in den Pionierstädten Innsbruck und Bozen umgesetzt werden, versuchen fünf "Early Adopters" (Rosenheim/Deutschland, Sevilla/Spanien, Pafos/Zypern, Boras/Schweden) nach Projektabschluss zu übernehmen.

Die IKB ist der größte Industriepartner im Konsortium und für die Umsetzung verschiedener Demonstrationsmaßnahmen in Innsbruck verantwortlich. Sie entwickelt intelligente Energie- und Infrastrukturlösungen für den smarten Lebens- und Wirtschaftsraum Innsbruck. Im Fokus des EU-Projektes SINFONIA stehen innovative Energielösungen zur Erzeugung und Verteilung von Strom und Wärme mit verschiedenen Komponenten, die intelligent miteinander vernetzt sind. 

Das Aufgabengebiet ist vielfältig: Im Bereich der Energieerzeugung kommen verstärkt erneuerbare Energiequellen zum Einsatz. Beispielsweise wird mittels einer Wärmepumpe, die dem Grundwasser oder dem Abwasser Energie entzieht, Wärme für die Beheizung von Gebäuden erzeugt. Photovoltaikanlagen liefern verbrauchsnah Strom. Neue Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen werden im Projektgebiet von SINFONIA errichtet. Als Brennstoff dient einerseits das in der Kläranlage Innsbruck anfallende Biogas, andererseits Holzgas, das durch einen Pyrolyseprozess entsteht. Um die erzeugte Wärme und den erzeugten Strom zu nutzen, sind Verteilnetze und Energiespeicher notwendig. Teilweise sind diese schon vorhanden, durch SINFONIA bekommen sie die notwendige Intelligenz und werden so zu „Smart Grids“. Mit der Einbindung von Wärme- und Stromspeichern stehen dann alle Komponenten für einen zukunftsorientierten und nachhaltigen Betrieb zur Verfügung. 

Smart City Innsbruck 

Im „IKB-Smart District“ im Gebiet um Roßaugasse, Trientlgasse, Langer Weg werden alle Gebäude stromtechnisch untereinander vernetzt. Folge: Es werden zur Abdeckung des Energieverbrauchs jene Energieerzeugungsanlagen herangezogen, die gerade die effizientesten und sparsamsten sind. Das geht mit Kombinationen aus Wärmepumpen, Photovoltaik, Fernwärme, Batteriespeichern, IT und Elektromobilität, selbst Autobatterien von E-Fahrzeugen sollen einbezogen werden. 

Die IKB ist auch Forschungspartner und unterstützt die Universität Innsbruck beim Thema Energiemonitoring. Die in SINFONIA geplanten Projekte sowie die gewonnenen Erkenntnisse werden nach Projektabschluss der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, um möglichst viele Nachahmer zu finden.

SINFONIA ist ein von der EU mitfinanziertes Projekt mit 31 Partnern. Ziel ist es, europäische Städte in "Smart Cities" zu verwandeln.

Folgende Teilprojekte sollen in den kommenden Jahren umgesetzt werden

Energienutzung der Kläranlage

Die am Standort der Kläranlage Innsbruck, aus erneuerbaren Quellen anfallende Energiepotenziale werden auf intelligente Weise verschaltet und genutzt. Es sollen Wärme und Strom, Phosphor, Aktivkohle, sowie ein Ersatzbrennstoff, auf Basis Erneuerbarer Energien, erzeugt werden. Als Primärenergiequelle dienen das erzeugte Biogas und der anfallende Klärschlamm der Kläranlage Innsbruck, feste Biomasse in Form von Hackstückgut, Abwärme aus dem Trocknungsprozess und aus dem Abwasser. Das Biogas wird in einem Blockheizkraftwerk und im Brennkessel der Trocknungsanlage genutzt, aus dem Hackstückgut wird in einer Holzvergasungsanlage Strom und Wärme erzeugt und die Abwasserwärmenutzungen soll mittels Wärmepumpen erfolgen. Die aus den erneuerbaren Quellen gewonnene Energie wird für interne und externe Abnehmer (z. B. Versorgung des Hallenbades O-Dorf, Versorgung des neuen Seerestaurants am Baggersee) genutzt. Der überwiegende Teil der Verbraucher sind jahresdurchgängige Wärme- und Stromabnehmer. Ziel des Projekts ist es, alle Abnehmer mit einem möglichst hohen Anteil an Erneuerbaren Energien zu versorgen. Bei der Wärmeversorgung soll der Anteil bei 100 Prozent und im Bereich der Stromversorgung bei rund 60 Prozent Erneuerbare Energien liegen.

Das Projekt „Energienutzung Kläranlage“ besteht aus den folgenden Hauptkomponenten:

Biogas-Blockheizkraftwerk
Thermische Trocknungsanlage für Klärschlamm
Holzvergasungsanlage mit Blockheizkraftwerk
Photovoltaikanlage am Hallenbad O-Dorf zur Eigenstromerzeugung
Abwärmenutzung mittels Wärmepumpe

Demo-Net

Im Innsbrucker Gewerbegebiet Roßau sollen im Zuge von SINFONIA die Energienetze der Zukunft, sogenannte Smart Grids, entwickelt werden. Dazu soll in den kommenden Jahren ein Demonstrationsprojekt entstehen das mehrere bestehende Gebäude, elektrisch sowie wärmetechnisch, miteinander verbindet. Des Weiteren sollen neue Erzeugungsanlagen für Strom und Wärme, auf Basis erneuerbarer Energien, geschaffen werden. Mit Hilfe eines Softwaretools soll das Zusammenspiel zwischen Erzeugung und Verbrauch simuliert werden um die unterschiedlichen Technologien bestmöglich einsetzen zu können. Folgende Erzeugungsanlagen sind im aktuellen Konzept vorgesehen:

Blockheizkraftwerk zur Wärme- und Stromerzeugung
Photovoltaikanlagen
Wärmpumpenanlagen
Abwärmenutzung aus dem Abwasser 

Um die erzeugte Energie auch am gewählten Standort bestmöglich nutzen zu können, werden außerdem intelligente Wärme- und Stromspeicher benötigt. Beispielsweise sollen im Strombereich innovative Batteriespeichersysteme helfen, den Stromeigenverbrauch zu optimieren. Ziel ist es, ein replizierbares Modell für den urbanen Raum zu schaffen, welches sich auch in bestehende Infrastrukturen  integrieren lässt.

Musterhäuser

Dieses Teilprojekt erfolgt in nachhaltiger Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck, dem Passivhausinstitut sowie den gemeinnützigen Wohnbauträgern Neue Heimat Tirol (NHT) und Innsbrucker Immobilien Gesellschaft (IIG). Im Zuge von SINFONIA werden rund 66.000 m² Wohnfläche der gemeinnützigen Wohnbauträger saniert. Ziel ist es, die Energieeffizienz und den Anteil erneuerbarer Energien der Gebäude zu erhöhen und die Standorte nach Möglichkeit intelligent miteinander zu vernetzen. Durch die IKB wird ein Energiedatenmanagement aufgebaut, welches eine Visualisierung des Energiebedarfs ermöglicht. Auf dieser Basis können gezielte Energieberatungen für die einzelnen Haushalte durchgeführt werden. Neben den Messungen sollen einerseits zukunftsorientierte Mehrwertdienste entwickelt werden, andererseits sollen in den Gebäuden innovative Gesamtlösungen zum Einsatz kommen. Darunter fallen Produkte wie zum Beispiel: Photovoltaik- und Wärmepumpenanlagen, Batteriespeicher, moderne IT-Infrastruktur, oder eine gestützte Gebäudebeheizung mittels Abwasserwärmenutzung.

Nachhaltig, kontinuierlich, kompetent.

Die IKB in Zahlen:

858 648 kWh

Energie werden durch die IKB-Photovoltaikanlagen erzeugt.

281 778 673 kWh

Energie wird in den IKB-Wasserkraftwerken erzeugt.

80 000 Haushalte

ca. beziehen nachhaltigen IKB-Strom.