Innsbruck von oben

Innsbruck liest wieder

„Herr Katō spielt Familie“ steht von 10. bis 15. Juni im Mittelpunkt

(IKM) Wie so viele Veranstaltungen musste auch „Innsbruck liest“ 2020 coronabedingt verschoben und 10.000 Bücher für ein Jahr eingelagert werden. Doch nun ist es so weit: Von 10. bis 15. Juni findet die von der Stadtbibliothek Innsbruck organisierte Leseaktion statt. Im Mittelpunkt steht der Roman „Herr Katō spielt Familie“ von Milena Michiko Flašar.

„Ich freue mich sehr, dass wir ‚Innsbruck liest‘ heuer durchführen können und somit das Lesen wieder mitten ins Stadtgeschehen rückt“, so Kulturstadträtin Mag.a Uschi Schwarzl. Die von der Stadt Innsbruck 2004 gestartete Initiative findet heuer zum 17. Mal statt. „Mit wunderbarer Leichtigkeit erzählt die Autorin davon, wie nah sich Ernst und Spiel bisweilen sind – vor allem in familiären Angelegenheiten", beschreibt Juryvorsitzender Univ.-Prof. Thomas Wegmann das Buch.

Vielfalt der Literatur

Literatur geht weit über das Geschriebene hinaus. Das zeigt das Rahmenprogramm, das Lesungen, Signierstunden, Musik, Tanz und Film umfasst und unkonventionelle Orte bespielt. „Durch eine Mischung aus klassischen Formaten und innovativen Ideen versuchen wir, ein breites Publikum für das Lesen und die literarische Auseinandersetzung zu begeistern“, erläutert Bibliotheksleiterin Mag.a Christina Krenmayr. Auch Begegnungen mit der Autorin sind wieder Teil der Aktion. Wie jedes Jahr wird das Programm gemeinsam mit lokalen Kulturtreibenden gestaltet.

Die erstmals in der Stadtbibliothek stattfindende Auftaktveranstaltung am Donnerstag, 10. Juni, mit Musik von „die_freakshow“ wird vom Autor und Kulturveranstalter Martin Fritz moderiert. Es folgen eine Lesung zum Feierabend, ein literarischer Abend im Alpenzoo mit der „Innsbruck liest“-Autorin Milena Michiko Flašar und dem österreichischen Autor David Bröderbauer sowie Tanz vom Street Motion Studio. Zum Abschluss zeigt das Leokino am 15. Juni den Film „Kirschblüten Hanami“ von Doris Dörrie, einführende Worte spricht Geschäftsführerin Tanja Helm. Bei allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei. Karten für das Kino sind ab sofort in der Stadtbibliothek erhältlich.

Verteilaktionen

„Vor zwei Jahren konnten wir bei Verteilaktionen tausende Menschen in Innsbruck mit einem Buch überraschen und mit vielen direkt ins Gespräch kommen“, freut sich Krenmayr über das positive Feedback. Ab 11. Juni werden wieder 10.000 Bücher an unterschiedlichen Orten in Innsbruck verschenkt: in Straßenbahnen, an IVB-Haltestellen, in den städtischen Schwimmbädern, vor den Stadtteilbüchereien Arzl und Mühlau sowie vor dem Einkaufszentrum Sillpark. Zudem ist das Buch in vielen Innsbrucker Buchhandlungen, bei der Tiroler Tageszeitung, beim Life Radio Tirol, im Recyclinghof, im Kundencenter der IKB, im Audioversum, in der AKBibliothek sowie in der Stadtbibliothek erhältlich.

Über die Autorin

Milena Michiko Flašar, geboren 1980 in St. Pölten, spricht Deutsch, Japanisch, Englisch und Französisch. Bislang hat sie vier Romane veröffentlicht. „Ich nannte ihn Krawatte“ wurde über 100.000 Mal verkauft, als Theaterstück am Maxim-Gorki-Theater uraufgeführt, mehrfach ausgezeichnet und in über zwanzig Sprachen übersetzt. Auch ihr 2018 publizierter Roman „Herr Katō spielt Familie“ erhielt internationale Anerkennung und wurde bei zahlreichen Literaturfestivals und Lesebühnen vorgestellt. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Wien.

Buchauswahl durch Fachjury

Das Buch wurde im Herbst 2019 von den Jurymitgliedern Priv.Doz.Dr.in Renate Giacomuzzi (Innsbrucker Zeitungsarchiv), Bernd Schuchter (Rezensent, Autor und Verleger) und Anna Wieland (Buchhändlerin) unter dem Vorsitz von Univ.-Prof. Dr. Thomas Wegmann ermittelt.

Sicherheit im Fokus

Die Veranstaltungen werden der aktuellen Covid-19-Lage angepasst. Bitte daher vorab auf stadtbibliothek.innsbruck.gv.at/innsbruckliest informieren.

Zum Inhalt: „Herr Katō spielt Familie“

Endlich Zeit. Er könnte nun das alte Radio reparieren oder die Plattensammlung ordnen. Doch als er der jungen Mie begegnet, die ihm ein seltsames Angebot macht, beginnt er die Dinge anders zu sehen. Ein zarter Roman über einen späten Neuanfang und über das Glück. Die Tage dehnen sich, und zugleich schnurrt die Zeit zusammen. Die Uhr läuft ab, dabei könnte es gerade erst losgehen. Ob ein kleiner weißer Spitz daran etwas ändern würde? Den ehemaligen Kollegen hat er immer beneidet. Um den Ruhestand, das Motorrad und die neue Freiheit. Doch jetzt steht er selbst frisch verrentet auf den bemoosten Treppen vor seinem Haus und weiß nicht wohin. Eine Krawatte braucht er nicht mehr, zu Hause ist er im Weg, die Kinder sind längst ausgezogen. Ob die junge Frau, die er jüngst auf dem Friedhof getroffen hat, ihm nur etwas vormacht, vermag er nicht zu sagen. Er ist aus der Übung. Und dennoch nimmt er ihren Vorschlag an, lässt sich von ihrer Agentur „Happy family“ mal als Opa, mal als Exmann, dann wieder als Vorgesetzter engagieren und trifft auf fremde Menschen und Schicksale. Er spielt seine Rollen gut, und seine Frau bekommt von alledem nichts mit. Sie hat wieder angefangen zu tanzen … Ein nachdenkliches Buch über Erinnerungen und unerfüllte Träume, über Glücksmomente und Wendepunkte. Milena Michiko Flašar zeichnet mit wenigen Strichen, beredten Bildern und unnachahmlicher Wärme ein ganz gewöhnliches, ganz einzigartiges Leben. (Quelle: Verlag Klaus Wagenbach)

 

Mehr Informationen zur Aktion und zu den verschiedenen Verteilstellten lesen Sie bitte unter: stadtbibliothek.innsbruck.gv.at/de/veranstaltungen/innsbruck-liest

Innsbruck liest
„Innsbruck liest“ begeistert mit dem Roman „Herr Katō spielt Familie“ von Milena Michiko Flašar wieder ein breites Publikum für das Lesen. © IKM/A. Steinacker
Helmuth Müller Lara Prechtl Buchausgabe
Ab 11. Juni liegt das Buch auch im IKB-Kundencenter in der Salurner Straße 11 auf. Solange der Vorrat reicht.

Verteilstellen der IKB: