Am Plus der Energiewende
Lukas Hirschhuber (30) ist federführend daran beteiligt, dass die IKB mit dem ersten Großbatteriespeicher Tirols eine Vorreiterrolle auf dem so komplexen nachhaltigen Energieparkett einnehmen kann. „Es ist ein Pionierprojekt“, weiß Lukas und sagt: „Das ist eine urspannende Geschichte.“ Sein Job ist das auch.
Vom Techniker zum Energie-Strategen
Es muss eine berufliche Punktlandung gewesen sein, als Lukas Hirschhuber zum ersten Mal begonnen hat, bei der IKB zu arbeiten. „Ja, ich habe schon eine längere Geschichte mit der IKB“, betont er und muss selbst schmunzeln, weil das nach einem so langen Leben klingt. Lukas ist 30 Jahre jung und seine längst verlängerte Geschichte mit der IKB hat begonnen, nachdem er die HTL mit Fachrichtung Elektrotechnik und auch den Zivildienst abgeschlossen hatte.
Damals arbeitete er in der Leitstelle, die so etwas ist wie das technische Herzstück des IKB-Geschäftsbereiches Stromnetz. Dort wird nicht nur der Betrieb des großen IKB-Stromnetzes gesteuert. Die Mitarbeiter:innen der Leitstelle kümmern sich auch um die Versorgungssicherheit – eine so knifflige wie spannende Aufgabe, die Lukas anhaltend faszinieren sollte. „Dann habe ich mich dazu entschlossen, nochmal studieren zu gehen“, berichtet der Wattenberger, der täglich von den beschaulichen Höhen der knapp 20 Kilometer entfernten Gemeinde im Tiroler Unterland nach Innsbruck pendelt, von seinem Fortbildungsdrang. Die Neugier führte ihn nach Graz, wo Lukas an der Technischen Universität Elektrotechnik-Wirtschaft studierte, wobei ihn eben die wirtschaftliche Seite dieser Welt brennend interessierte. „In der Energiewende stecken sehr viele Herausforderungen. Die Kombination aus der technischen und der wirtschaftlichen Seite hat mich gereizt“, erzählt er.
Das große Ganze der Energiewelt erfassen und über die entscheidenden Stellschrauben Bescheid wissen zu wollen, ist ein guter Reiz, in dessen Mittelpunkt die Versorgungssicherheit der durch und durch stromabhängigen Menschen steckt. „Sonne und Wind lassen sich nicht steuern“, nennt Lukas einen Knackpunkt dieses Systems, das sich durch die europaweit rasend voranschreitende Nutzung der erneuerbaren Energien in seinen Grundfesten verändert hat. Je nach Sonnen- und Windstärke fließt mal viel, mal weniger Energie in die harmoniebedürftigen Stromnetze. Diese Schwankungen lassen die Köpfe in den Schaltzentralen der Energieversorger rauchen und nach verlässlichen Lösungen suchen. Auch jene in der IKB.
Ein Pionierprojekt für Tirol
„Nach meinem Studium war ich ziemlich offen für alles“, blickt Lukas knapp drei Jahre zurück. Die IKB war offen für ihn. „Und so bin ich in der Abteilung Stromerzeugung beziehungsweise in der Stromwirtschaft gelandet“, erzählt er von der Fortsetzung seiner Geschichte mit der IKB, die ihn schon bald mit einer so verantwortungsreichen wie großen Aufgabe betraute.
Richtig starke Stromspeicher beziehungsweise Batterien sind so etwas wie der heilige Gral für das nachhaltige Energiesystem, das mit den bereits beschriebenen Schwankungen gekonnt und vor allem kontrolliert arbeiten muss. Pumpspeicherkraftwerke tun das mit den großen Wasserspeichern, die in Zeiten des Stromüberschusses gefüllt und in Zeiten des Bedarfes geleert werden. Bei den Wasserkraftwerken der IKB ist das nicht möglich, weswegen Lukas und seine Mitarbeiter:innen nach anderen Stromspeicher-Möglichkeiten suchten.
„Wir haben Berechnungen zu einem Großbatteriespeicher durchgeführt und diese dem IKB-Vorstandsvorsitzenden Helmut Müller präsentiert“, sagt Lukas. Die Präsentation hat überzeugt und Lukas wurde die Projektleitung übertragen - für die Errichtung des ersten Großbatteriespeichers dieser Art in Tirol. „Ein Pionierprojekt“, beschreibt er das Vorhaben mit dem dafür passendsten Wort. Dieses Pionierprojekt, das am IKB-Kraftwerk Obere Sill in Form von zwei superstarken, ausgeklügelt konzipierten und mit dem System vernetzten Batteriecontainern einen Meilenstein für die nachhaltige Versorgungssicherheit der IKB-Stromkund:innen setzen sollte, hat Lukas im Jahr 2025 spannungsreich herausgefordert, ihn zu den Technologiepartnern nach China geführt, tief auch in bürokratische Welten eintauchen und schließlich mit angemessenem Stolz sagen lassen: „Es funktioniert!“
Weil „es“ funktioniert sind schon zahlreiche andere Energieerzeuger daran interessiert, von der IKB und Lukas zu lernen. „Das ist schon cool“, sagt er. Und er hat recht.

Februar 2026