Ökostrom-Kraftwerk Mühlen

Ökostrom

Die Entwicklungen in Sachen umweltfreundlicher Energiegewinnung und effizientem Energieverbrauch schreiten rasant voran. Österreich könnte in absehbarer Zeit seinen Energiehaushalt autark und umweltfreundlich gestalten und dazu sind dementsprechende Maßnahmen, wie etwa die Umsetzung von Ökostrom, unabdinglich. Wie das im Detail aussieht, was hinter dem Konzept steht und was es heißt diese Art von Strom zu beziehen, erfahren Sie im Folgenden.

Definition von Ökostrom

An und für sich ist „Ökostrom“ ein nicht geschützter Begriff. Ist an einem grünen Stromangebot nicht zumindest auch ein Gütesiegel vorhanden, muss man davon ausgehen, dass die Herkunft des Stromes nicht geprüft wird. Laut österreichischem Recht bezeichnet der Begriff „elektrische Energie aus erneuerbaren Energieträgern“, um ganz genau zu sein, schließt das Recht sogar Pumpspeicherkraftwerke aus, die das Wasser zusätzlich hochpumpen, statt es nur natürlich zufließen zu lassen.

Anteil der erneuerbaren Energie in Österreich

Das Bewusstsein für Umweltfreundlichkeit und nachhaltige Energieerzeugung ist in Österreich vergleichsweise hoch. Das zeigt sich auch in der Statistik, die besagt, dass der Anteil an erneuerbaren Energien im österreichischen Stromverbrauch von 22,7 % (2001) auf 33,5 % (2016) gestiegen ist. Davon wird ein Teil in Österreich vor allem durch Wasserkraftselbst produziert.

Insgesamt fallen etwa 70 % der österreichischen Energiegewinnung auf erneuerbare Energien. Der Rest des Bedarfs wird importiert. Bezugsländer sind dabei vor allem Norwegen, aber auch Deutschland, die Niederlande, Schweden und Slowenien. Ein Anteil am Strommix an sogenanntem Graustrom kann nicht ausgeschlossen werden, da Einspeiseverluste durch konventionellen Strom ausgeglichen werden.

Wie grün ist der Strommix?

Wie umweltfreundlich die sich im Stromnetz befindliche Energie tatsächlich ist, hängt indirekt davon ab, wie viele Verbraucher/-innen ihren Strom bei verlässlichen Ökostromanbietern beziehen. Je nachdem, auf welche Anbieter und Produzenten die Verbraucher/-innen setzen, wird auf die dementsprechende Art und Weise Strom produziert. De facto liefert jeder Stromanschluss den gleichen Strommix. Es geht bei dieser Frage nur um die Zahlungsströme auf dem Energiemarkt. Wer mehr Geld von den Verbrauchern bekommt, steuert demnach sozusagen den „Grünton“ des Stromes.

Grüner wird der Strom nur dann, wenn der jeweilige Anbieter das Geld auch dafür nutzt die erneuerbare Energieproduktion zu fördern. Wie „grün“ der Strom tatsächlich ist entscheiden die Stromanbieter mit ihrer Vorgehensweise Ökostrom durch erneuerbare Energieträger zu „produzieren“.

Stromeinkauf beim Drittanbieter

Anbieter haben auch die Möglichkeit, den Strom von einem Drittanbieter einzukaufen. Das verlangt Vertrauen und der Status der Nachhaltigkeit des Stroms besteht für den Stromanbieter selbst erstmal nur am Papier, bis er selbst Kontrollen beim Stromerzeuger unternimmt. Ob ein Stromanbieter direkt oder indirekt von Stromproduzenten bezieht, hat im Gesamten wenig Einfluss auf den Anteil an erneuerbaren Energien im Strommix.

Auf der sicheren Seite ist man, wenn der Anbieter bei seinem Angebot mit einem Siegel bestätigen lässt, dass er sich auch um den Ausbau von erneuerbaren Energien gekümmert. Wenn sukzessive alte Fossilbrennstoffkraftwerke durch Wind-, Wasser- oder Solarkraftwerke ersetzt werden, kann der Strommix insgesamt nachhaltiger gestaltet werden.

Stromanbieter kaufen Gütesiegel

Die zweite Möglichkeit ist der Handel mit Erzeugungszertifikaten. Hierbei handelt es sich beim Stromanbieter um einen, der mit konventionellen Kraftwerken arbeitet, oder sogenannten Graustrom zukauft und von Grünstromproduzenten die Bezeichnung „Ökostrom“ erwirbt, was sich natürlich positiv auf die Nachfrage nach seinem Stromangebot auswirkt. Wirklich nachhaltig ist dieser dann nicht.

Ökostrom-Kraftwerk Mühlen
Das Ökostrom-Kraftwerk Mühlen erzeugt Strom für über 3.000 Haushalte pro Jahr und spart 7.000 Tonnen CO2 ein.

Die wichtigsten Labels für nachhaltige Energie

Die hauptsächliche Prüfung der Umweltfreundlichkeit des Stroms übernimmt in Österreich der Gesetzgeber. Dafür sind das Ökostromgesetz und die Stromkennzeichnungsverordnung der E-Control Austria zuständig. Sie vergibt Herkunftsnachweise pro Megawattstunde Strom, die folgende Informationen enthalten müssen:

  • Laufende Kennnummer
  • Ausgeber und Menge
  • Kraftwerk (Bezeichnung, Standort, Kapazität, Datum der Inbetriebnahme)
  • Zeitpunkt der Ausgabe
  • Technologie und Energiequelle
  • Erhaltene Investitionsbeihilfen und Förderungen


Daneben gibt es noch das Umweltzeichen „Grüner Strom“, das etwas strengere Kriterien voraussetzt, als das Gesetz vorschreibt. Um damit ausgezeichnet zu werden, muss ein Mindestanteil des Stroms mithilfe von PV-Anlagen gewonnen werden. Weitere zulässige Energiequellen sind Biomasse, Wind und Wasser, wobei die Menge der Wasserkraft limitiert ist. Darüber hinaus müssen die Erzeugnisse zu 10 % aus Neuanlagen stammen. Aktuell zählen wir in Österreich nur 10 Anbieter, die diesem Standard gerecht werden.
Auch das unabhängige Prüfinstitut TÜV Austria wird von einigen Anbietern beordert, ihre Produktionsbedingungen auf Umweltfreundlichkeit zu prüfen.

Zusammengefasst: günstige Stromanbieter

Wir fassen zusammen, worauf Sie bei einem günstigen Stromanbieter achten können, denn es kommt nicht nur auf die preisliche Komponente an. Zu bevorzugende Angebote entstehen durch mehrere Faktoren.

  • Der Anbieter sollte auf jeden Fall Einsicht in die Lieferantenkraftwerke geben und offenlegen, mit welchen Produzenten er eine Partnerschaft unterhält.
  • Hohe Transparenz sollte an erster Stelle stehen. Zeigt das Unternehmen ein Bewusstsein für die Tücken des Strommarktes, kann davon ausgegangen werden, dass hier auch versucht werden wird, mit den Tücken so ökologisch wie möglich umzugehen.
  • Wenn Strom vor Ort verbraucht wird, geht durch Transfer und Lagerung nicht viel davon verloren. Ein guter Anbieter stammt aus und produziert möglichst in der Region, er importiert wenig, sondern gibt seinen erzeugten Strom an die hiesige Bevölkerung ab.
  • Die Produktionskette ist beim Energiemarkt (wie auch auf anderen Märkten) idealerweise so kurz wie möglich. Ein Anbieter, der den Strom in den eigenen Kraftwerken produziert, kann eine höhere Transparenz garantieren.
  • Idealerweise lässt der Anbieter seine Energiepakete durch jene Zertifizierungen prüfen, die keinen Zukauf von Graustrom erlauben.

Was kann man als Verbraucher aktiv tun?

Am Energiemarkt gibt es zahlreiche Angebote, die die Energiewende wirklich vorantreiben. Eines davon ist das Spenden- bzw. Aufpreismodell. Dabei kann ein Energiekonsument Gebühren bezahlen, die im jeweiligen Unternehmen Projekten zugutekommen, die die Förderung von ökologischen Kraftwerken zum Zweck haben.

Außerdem kann man beim Stromanbieter darauf achten, dass dieser geschäftlich nicht mit solchen Energieproduzenten kooperiert, die mit Kohle- und Atomstrom arbeiten. Ein fast sicheres Indiz für umweltfreundliche Stromproduktion ist, wenn das Verfahren der zeitgleichen Ökostromversorgung angewandt wird. Dabei wird – vereinfacht ausgedrückt – nur so viel Strom produziert, wie auch aktuell gebraucht wird.

Nachhaltig, kontinuierlich, kompetent.

Die IKB in Zahlen:

858 648 kWh

Energie werden durch die IKB-Photovoltaikanlagen erzeugt.

302 343 862 kWh

Energie werden in den IKB-Wasserkraftwerken erzeugt.

80 000 Haushalte

ca. beziehen nachhaltigen IKB-Strom.