IKB-Blumenwiesen: Schutzraum für Insekten

Sie summen, brummen und fliegen: die Insekten. Die kleinen Nützlinge sind ein essenzieller Bestandteil unseres Ökosystems. Trotzdem nimmt die Anzahl an Insekten stetig ab. Grund dafür sind eine intensive Landwirtschaft sowie schwindende Lebensräume. Um dem entgegenzuwirken, können saftige Blumenwiesen eine Lösung bieten. Wie und warum diese zum Erhalt der Biodiversität beitragen, verraten wir Ihnen in diesem Beitrag.

Biodiversität: die Vielfalt der Natur

Der Begriff Biodiversität bezeichnet die Vielfalt des Lebens auf der Erde. Dazu zählen z. B. Pflanzen, Tiere oder auch Lebensräume. Diese biologische Vielfalt hat sich über Milliarden von Jahren entwickelt und hochkomplexe Ökosysteme mit vielfältigen Wechselwirkungen hervorgebracht. Sie bildet den Grundstein für eine gesunde, intakte Umwelt und ist somit überlebenswichtig. 

Die biologische Vielfalt umfasst drei verschiedene Ebenen:

  • Genetische Vielfalt: Individuen derselben Art können aufgrund genetischer Vielfalt verschiedene Merkmale aufweisen wie z. B. unterschiedliche Fell-, Haar- oder Augenfarben.
  • Artenvielfalt: Als eine Art werden Gruppen von Lebewesen bezeichnet, die eine Fortpflanzungsgemeinschaft bilden. Weltweit gibt es viele verschiedene Tier-, Pflanzen- oder Pilzarten.
  • Vielfalt der Lebensräume: Verschiedene Lebensräume wären z. B. Wälder, Moore oder Flüsse. Jedes Ökosystem ist dabei geprägt von den Wechselbeziehungen zwischen den darin vorkommenden Lebewesen und ihrer Umwelt.

Diese drei Ebenen sind eng miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig. So braucht es geeignete Lebensräume, damit unterschiedliche Arten überleben können. Und auch innerhalb der Arten ist eine genetische Bandbreite nötig, um den Fortbestand einer Population zu sichern. 

Eine Mauerbiene (Osmia adunca) auf dem Natternkopf in der IKB-Blumenwiese vor dem Kraftwerk Mühlau.

Bienen- und Insektensterben in Österreich

Durch menschliche Eingriffe in die Natur geht die biologische Vielfalt zusehends verloren. Etwa 70 Prozent der weltweiten Tierarten sind Insekten. Davon sind laut Insektenatlas 2020  etwa ein Drittel vom Aussterben bedroht. Auch vor Österreich macht dieser Trend nicht halt. Hierzulande gibt es ca. 40.000 Insektenarten. Die Datenlage ist zwar dünn, trotzdem ist durch lokale Studien und Rote Listen ersichtlich, dass der Insektenbestand deutlich abnimmt.

Die Ursachen dafür sind vielfältig. Zu den häufigsten Faktoren, die zum Verlust des Lebensraumes und damit auch zum Insektenschwund beitragen, zählen:

  • intensive Landwirtschaft mit Monokulturen sowie Pestizid- und Düngemitteleinsatz 
  • Verbauung von Flächen
  • Klimawandel
  • Lichtverschmutzung
  • Eindringende fremde Arten

Der flächendeckende Rückgang von Insekten hat jedoch weitreichende Folgen. Die kleinen Tiere mögen auf den ersten Blick zwar unscheinbar erscheinen, trotzdem sind sie essenziell für unser Ökosystem: So sorgen Bienen, Käfer oder Schmetterlinge beispielsweise für die Bestäubung von Pflanzen. Insekten tragen zum Erhalt von fruchtbaren Böden und sauberen Gewässern bei. Und nicht zuletzt dienen sie natürlich auch als Nahrungsgrundlage für Vögel, Fledermäuse oder Amphibien.

IKB-Blumenwiesen als wertvoller Lebensraum für Insekten

Um Bienen sowie anderen Insekten einen Schutzraum zu bieten, pflanzt und pflegt die IKB seit 2019 Blumenwiesen auf ihren Flächen und fördert damit auch die Artenvielfalt. Denn farbenfrohe Kräuterwiesen sind nicht nur eine Augenweide, sondern auch ein Vorzeigebeispiel für Biodiversität: Durch die hohe Pflanzenvielfalt dienen sie als Anziehungspunkt und Lebensraum für zahlreiche Tiere. Eine saftige Blumenwiese bietet neben genügend Nahrung nämlich auch Schutz vor Hitze und Trockenheit.

Ein wahres Paradies also für Insekten. Denn die kleinen Nützlinge sind anspruchsvolle Lebewesen und mögen vor allem nährstoffreiche Nahrung. Nicht alle bevorzugen dabei dieselben Blüten, manche von ihnen sind sehr wählerisch. Da artenreiche Blumenwiesen in den vergangenen Jahren rar geworden sind, wird auch die Nahrungssuche erschwert. Hier leistet die IKB einen wichtigen Beitrag.

In Zusammenarbeit mit der Tiroler Umweltanwaltschaft sowie dem Verein Naturgut werden Blumenwiesen angelegt, gestaffelt gemäht und nachhaltig gepflegt. Als Standort dienen freie Grünflächen der IKB, wie zum Beispiel bei den Kraftwerken Mühlau, Ruetz, Untere und Obere Sill sowie den Umspannwerken.

Blumenwiesen vor dem Kraftwerk Mühlau und der Photovoltaikanlage.
Blick auf die IKB-Blumenwiese vor dem Kraftwerk Mühlau und der Photovoltaik-Anlage.

Noch mehr zu den Blumenwiesen der IKB lesen Sie auch unter IKB-Blumenwiesen sorgen für Artenvielfalt.

Artenvielfalt im eigenen Garten: Das können Sie tun

Sie möchten ebenfalls zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen? Mit ein paar einfachen Tipps können Sie Ihren Garten in einen wertvollen Schutzraum für Bienen, Käfer und andere Insekten verwandeln. Wir verraten Ihnen, worauf Sie dabei achten sollten:

  • Weniger Rasenmähen: Idealerweise sollten Sie Ihren Garten nur ein- bis zweimal pro Jahr mähen. Am besten nach der Blüte und immer nur staffelweise, sodass sich die Tierchen im verbleibenden Wiesenstück zurückziehen können, bis das Abgemähte nachgewachsen ist. Auf diese Weise sorgen Sie dafür, dass dauerhaft Blütennahrung vorhanden ist. 
  • Wertvolles Unkraut: Wenn möglich, sollten einzelne Streifen oder Randbereiche als wildes Plätzchen genutzt werden. Hier können wertvolle Unkräuter wie Brennnessel oder andere Wildblumen wuchern, welche als wichtiger Lebensraum für zahlreiche Insekten dienen.
  • Heimische Sträucher: Anstatt Bambus- oder Thujenhecken anzulegen, sollten Sie heimische Sträucher wählen, in denen Insekten und Vögel nisten können.
  • Nisthilfe errichten: In einer eigenen Nisthilfen können Insekten nisten und finden im Winter einen Unterschlupf. Dabei können sie auch gut beobachtet werden. Am besten sollte sie an einem möglichst sonnigen Standort aufgestellt werden, der zugleich auch regen- und windgeschützt ist.

Biodiversität schützen mit Blumenwiesen

Um die Biodiversität zu fördern und Insekten einen geschützten Lebensraum zu bieten, sind saftige Blumenwiesen besonders gut geeignet. Diese strotzen geradezu vor Leben und beherbergen zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Mit dem Anlegen von Blumenwiesen trägt die IKB somit einen wichtigen Teil zum Erhalt der Artenvielfalt in und rund um Innsbruck bei.