Der Wasserkreislauf
Wasser befindet sich in einem ständigen Kreislauf zwischen Atmosphäre, Land und Gewässern. Es verdunstet, kondensiert in der Atmosphäre und gelangt als Niederschlag wieder auf die Erdoberfläche. Ein Teil fließt oberirdisch ab, ein anderer Teil versickert im Boden und wird zu Grundwasser.
Der Wasserkreislauf einfach erklärt
Angetrieben wird der Wasserkreislauf vor allem durch die Energie der Sonne. Durch Sonneneinstrahlung verdunstet Wasser und gelangt als Wasserdampf in die Atmosphäre.
In höheren Luftschichten kühlt der Wasserdampf ab und kondensiert. Dabei bilden sich Wolken. Unter entsprechenden Bedingungen gelangt das Wasser als Niederschlag in Form von Regen, Schnee oder Hagel wieder auf die Erdoberfläche.
Der oberirdische Wasserkreislauf
Ein Teil des Niederschlags gelangt direkt in Gewässer oder fließt über die Erdoberfläche in Bäche, Flüsse, Seen und Meere. Wasser wird außerdem von Pflanzen aufgenommen und über Verdunstung wieder an die Atmosphäre abgegeben.
Der unterirdische Wasserkreislauf
Ein Teil des Niederschlags versickert im Boden und gelangt in den Untergrund. Das Wasser kann dort als Grundwasser weiterfließen oder an Quellen wieder an die Oberfläche treten. Grundwasser und Quellwasser werden vielerorts für die Trinkwasserversorgung genutzt.

Die Reise des Innsbrucker Wassers
Wie der Wasserkreislauf mit der Trinkwasserversorgung zusammenhängt, zeigt der Weg des Innsbrucker Wassers – vom Karwendel über die Mühlauer Quelle bis in die Haushalte und anschließend über die Kanalisation zur Kläranlage.
Vom Karwendel zur Mühlauer Quelle
Ein großer Teil des Innsbrucker Trinkwassers stammt aus dem Karwendelgebirge. Niederschlag und Schmelzwasser versickern dort im Gestein und gelangen nach einer durchschnittlichen Durchtrittszeit von rund zehn Jahren zur Mühlauer Quelle. Die Mühlauer Quelle ist die wichtigste Trinkwasserressource Innsbrucks. Rund 90 Prozent des Innsbrucker Trinkwassers stammen aus dem Karwendelgebirge und werden dort gefasst.
Die Qualität des Innsbrucker Trinkwassers wird laufend kontrolliert. Im Jahr 2025 wurden bei den behördlich vorgegebenen mikrobiologischen und chemischen Untersuchungen keine Überschreitungen der Grenzwerte festgestellt.
Von der Mühlauer Quelle in die Stadt
Das Wasser der Mühlauer Quelle wird über ein Stollensystem zum Wasserschloss und anschließend über Druckrohrleitungen zum Trinkwasserkraftwerk Mühlau geleitet.
Dort wird der vorhandene Wasserdruck zur Stromerzeugung genutzt. Zwei Pelton-Turbinen mit einer Gesamtleistung von 6.000 Kilowatt wandeln die Energie des Wassers in elektrische Energie um. Die durchschnittliche Jahresstromerzeugung des Kraftwerks beträgt rund 32 Millionen Kilowattstunden. Anschließend gelangt das Wasser in zwei unterirdische Becken. Der Hochbehälter verfügt über ein Fassungsvermögen von insgesamt 26.400 Kubikmetern. Von dort wird das Trinkwasser über das Leitungsnetz verteilt.
Das Innsbrucker Wasserversorgungsnetz umfasste 2025 rund 458 Kilometer Leitungen. Über die IKB-Wasserversorgung wurden in diesem Jahr rund 167.500 Personen direkt oder indirekt versorgt.
Vom Haushalt zur Kläranlage
Nach der Nutzung gelangt das Abwasser über die Kanalisation zur Kläranlage Roßau. Dort wird Abwasser aus Innsbruck und 18 Umlandgemeinden behandelt.
In der Kläranlage durchläuft das Abwasser mehrere Reinigungsstufen. Dabei werden zunächst feste Bestandteile entfernt. Anschließend wird das Abwasser mechanisch, biologisch und chemisch gereinigt. Mikroorganismen übernehmen dabei einen wesentlichen Teil der biologischen Reinigung.
Rund 20 Millionen Kubikmeter Abwasser werden in der Kläranlage pro Jahr behandelt. Nach der Reinigung wird das Wasser entsprechend den geltenden Anforderungen kontrolliert und in den Inn eingeleitet. Von dort ist es wieder Teil des natürlichen Wasserkreislaufs.

Der Wasserverbrauch in Österreich
Der durchschnittliche Wasserverbrauch der Innsbrucker Haushalte lag im Jahr 2025 bei rund 108 Litern pro Person und Tag. Wasser wird im Haushalt unter anderem zum Duschen und Baden, für die Toilettenspülung, zum Waschen, Reinigen, Kochen und Trinken verwendet.
Auch nach der Nutzung ist ein bewusster Umgang wichtig: Hygieneartikel, Medikamente, Farben oder Lösungsmittel gehören nicht in den Abfluss. Sie sollten entsprechend den jeweils vorgesehenen Entsorgungswegen entsorgt werden.

